Herausforderungen sind da, um bewältigt zu werden. 2020 ist für die Republik Niger ein Jahr, das fast über die Kräfte der Menschen geht und immer wieder Zuversicht und Entschlossenheit erfordert.

Auch die Republik Niger wurde im März diesen Jahres von Covid-19 überrascht. Die Zahl derer, die bis zum heutigen Tage nachweislich an Covid-19 erkrankt waren liegt bei 1174 Fällen. 69 Menschen sind der Krankheit erlegen und 20 befinden sich noch in Behandlung. Wie groß die Dunkelziffer ist, mag keiner sagen. Da die medizinische Versorgung, die hygienischen Bedingungen und der Lebensstandard schlecht sind, ist davon auszugehen, dass deutlich mehr an diesem Virus erkrankt sind, als es die staatliche Zahlen belegen. Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Landwirtschaft stellt einen der wichtigsten Wirtschaftszweig dar.

Der Country Leader der Internationalen Lepra Mission im Niger schrieb in seinem letzten Rundbrief, dass der Vorstandsvorsitzende und seine Ehefrau nachweislich an Covid-19 erkrankt seien. Es gehe ihnen soweit ordentlich und sie hoffen auf baldige Genesung.

Die nigrische Regierung reagierte auf den Ausbruch von Covid-19 mit einem Lockdown, weitreichenden Restriktionen und der Schließung des internationalen Flughafens in Niamey. Seit 1. August sind nun Flüge wieder möglich und auch die Restriktionen wurden gelockert. Das bedeutet, dass auch die Kollegen der Lepra Mission Niger wieder ihre Reisetätigkeit aufnehmen konnten. Während des Lockdowns waren die Kollegen überwiegend mit den Hilfsmaßnahmen zu Covid-19 und der Aufklärung der Bevölkerung beschäftigt. Es wurden Getreide und Waren des täglichen Bedarfs, unter anderem auch Seife und Masken verteilt.

Am 9. August wurden 6 franz. Staatsbürger, deren Fahrer und Reisebegleiter 40 Autominuten östlich von Niamey überfallen und getötet. Gewalt und Terror beeinträchtigen das Leben der Nigrer, aber auch den Tourismus und die Arbeit der Hilfsorganisationen.

Wochenlang warteten die Nigrer auf Regen und die Ernte drohte zu vertrocknen. Nun fiel gegen Ende August solch starker Regen, dass das ausgetrocknete Land und der Fluß Niger die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Der Wasserpegel stieg auf 680 cm und lag damit höher als beim letzten großen Hochwasser 2012. Zunächst versuchten die Menschen den Damm der rechten Flussseite zu sichern. Viele Kleinbauern mussten ihre Hütten und Felder verlassen und wurden evakuiert. Der Damm brach schließlich und überflutete weite Teile. Missions- und Schulgebäude wurden umspült und überflutet. Einige Kollegen versuchten Bücher und Material zu retten. Die Felder und Gärten vieler Familien, persönliche Gegenstände, Möbel, Autos, Bücher und Schulmaterial, … sind dem Wasser zum Opfer gefallen.

Mein Kollege schrieb: „… Die Menschen im Niger sind so belastbar und geduldig in der Krise, aber diese Katastrophe wird sie schwer auf die Probe stellen.“.

Die Bilder sprechen für sich! Helfen Sie den Menschen im Niger! Spendenkonto. Lepra Mission e.V. IBAN DE95 6115 0020 0000 1557 59

Bücherei der Missionsschule in Niamey
Die Menschen versuchen zu retten was geht.