Wie Sie sicher in den Medien gehört und gelesen haben, hat in Myanmar am 01. Februar diesen Jahres ein Putsch stattgefunden. Das Militär hat an diesem Tag das nach Neuwahlen gebildete Parlament aufgelöst und den Nationalen Notstand ausgerufen. Seitdem kommt es regelmäßig zu in Gewalt ausufernden Demonstrationen. Mehrere hundert Menschen haben bei den Protesten bereits ihr Leben verloren.

Wieder einmal sind die am stärksten Betroffenen dieser Krise die Armen, Schwachen und Kranken. Medizinische Fachkräfte sind seit Februar in einem “silent strike”. Sie haben ihre Arbeit niedergelegt und bleiben Zuhause. Zum einen demonstrieren sie dadurch gegen das Militär, zum anderen haben sie Angst und wollen deshalb nicht mehr vor die Tür. Große Krankenhäuser haben geschlossen, es gibt kaum mehr eine Möglichkeit sich medizinisch versorgen zu lassen. Um gegen den “Zivilen Ungehorsam” vorzugehen, bringt das Militär die Kommunikation im gesamten Land mit nächtlicher Internetabschaltung zum Erliegen. Strom ist nur tagsüber verfügbar, Banküberweisungen und Abhebungen werden überwacht und sind eingeschränkt. Geldabheben am Automat ist limitiert.

Auch die Arbeit unserer Partnerorganisation “Lepra Mission Myanmar” ist stark betroffen. Letzte Woche entschied sie sich alle Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen nach Hause zu schicken.

Ein Lepra Dorf in der Nähe von Yangoon, in dem viele von Lepra Betroffene leben, kann dadurch momentan nicht mehr weiterbetreut werden. Auch durch die Einschränkung der mobilen Daten ist ein Kontakt fast nicht möglich. Jede Fahrt eines Mitarbeiters zu unseren Projekten muss mit dem Militär abgesprochen und genehmigt werden. All dies hat einen enormen Einfluss auf das tägliche Leben und die Arbeit. Prothesen und orthopädische Schuhe werden momentan in der Werkstatt des Lepra Dorfes noch hergestellt. Alles andere musste eingestellt werden.

Es ist schwer vorherzusagen ab wann TLMM ihre Arbeit wieder aufnehmen wird. Das Team zum Krisenmanagement beobachtet sehr genau die Entwicklungen, um die Sicherheit der Mitarbeiter und Projekte zu gewährleisten.

Die Lepra-Mission Deutschland möchte in diesen schwierigen Zeiten ihre Kollegen und die Arbeit in Myanmar unterstützen. Wir bitten Sie die von Lepra Betroffenen in Myanmar, aber auch alle Mitarbeiter in Ihre Gebete einzuschließen.

Wenn Sie darüber hinaus etwas tun möchten, freuen wir uns über Ihre Spende, die wir für die Projekte an die Lepra Mission Myanmar weiterleiten werden.

Vielen Dank!