Hilfsprojekte

Das Zentrum für Gesundheit und Lepra, kurz: CSL (Centre de Santa et de Leprologie) im Niger bietet schon seit über 60 Jahren Hilfe für Leprakranke an. Die Lepra-Mission unterstützt die Arbeit durch Spenden.

Das Projektfrau-niger

Zu Beginn des Projektes standen das Wissensdefizit über Lepra, sowie die Anerkennung dieser Krankheit im Vordergrund. Daher wurde zunächst der Schwerpunkt  auf die frühe Diagnose und die richtige Pflege von Leprapatienten gelegt.  Die Ausbildung von Gesundheitspersonal, die  Sensibilisierung der Bevölkerung durch Aufklärung und die Selbsthilfe waren die Hauptansatzpunkte.

  • Es kommen immer noch Menschen im Endstadium der Komplikationen aus Niger, aber auch aus anderen Gesundheitszentren des Landes ins L’Hôpital de Danja.
  • Eine sehr gute Entwicklung ist die Vernetzung und der Austausch mit anderen Organisationen, die in diesem Bereich tätig sind. So werden Erfahrungen ausgetauscht und fließen in die Gestaltung der Arbeit ein.
  • Mittlerweile werden zusätzlich zu den oben beschriebenen Projektinhalten im Gesundheitsbereich auch aktiv die Lebensbedingungen durch den Bau von Häusern und sanitäre Einrichtungen verbessert.
  • Die Alphabetisierungskurse, die Selbsthilfe- und Gesprächsgruppen bieten den von Lepra Betroffenen eine ganz neue Sicht auf ihr Leben und ihre Lebensmöglichkeiten.

Schulausbildung und Studium werden finanziell durch die Lepra Mission unterstützt und Jungunternehmer bekommen Unterricht in Mikromanagementtechniken.

Medizinische Betreuung

Die medizinische Ausbildung des Personals wurde auch in 2015 fortgeführt und das multidisziplinäre Team, das aus den Mitarbeitern der Lepra Mission, dem med. Personal, einem Arzt/Augenarzt  und einem Physiotherapeuten besteht, ausgebaut. Eine engmaschige Zusammenarbeit und  Fallbesprechungen auch hinsichtlich der Entlassung von Patienten und deren Weiterbetreuung  sind etabliert.

278 Patienten bekamen Spezialschuhe ausgehändigt, um Geschwüre zu vermeiden. 727 Patienten bekamen Physiotherapie, um die Beweglichkeit der Finger, Hände und Füße zu verbessern. Vor allem nach Wiederherstellungsoperationen verbessert dies den Operationserfolg enorm. 15 von 57 Neupatienten beendeten ihre MDT (multi drug therapy) und gelten als geheilt.

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780 Plakate wurden verteilt und 384 Radiospots ausgestrahlt. Mitarbeiter und Interessierte wurden über Lepra, die Merkmale und einfache Diagnosemöglichkeiten unterrichtet und konnten daraufhin 21 neue Leprafälle diagnostizieren. Neue Trainingskurse zur Behandlung und Hautpflege bei einer Lepraerkrankung wurden angeboten  und 2 Supervisionen durchgeführt. Es gibt 8 Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene über ihre Probleme und Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig helfen.

Lebensqualität

70% der von der Lepra Mission betreuten Menschen leben unter der Armutsgrenze.77 Personen können mit der Unterstützung von AGR, durch z.B. Kleinkredite zum Berufsstart zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen.250 Personen erhielten Nahrungsmittelunterstützung. 7 Eselgespanne wurden zur Verfügung gestellt, um z.B. den Transport von Trinkwasser zu ermöglichen und damit die Trinkwasserversorgung in einer Gemeinschaft zu sichern.Durch den Bau von 40 neuen Toiletten und 5 Häusern, sowie die Renovierung von 26 anderen Häusern konnte die Lebensqualität hinsichtlich Hygiene, Gesundheit, Menschenwürde, Respekt und Schutz dieser Betroffenen deutlich verbessert werden.

 Bildung

Am Alphabetisierungskurs nahmen insgesamt 107 Personen teil, davon begannen 43 den Kurs in 2015. 19 Mädchen und Jungen begannen ihre Schulausbildung.

Menschenrechte

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Menschenrechte kennenlernen und für ihre Gültigkeit eintreten. Dazu haben die Veranstaltungen zum Thema Menschenrechte  und die Beratung durch einen Rechtsanwalt beigetragen. Den Teilnehmern wurde ein neues Menschenbild von Lepra Betroffenen mit möglichen Konsequenzen und neuen Chancen vermittelt.

Hierfür gibt es eine Zusammenarbeit zwischen IDEA ( International Association of Integration-Dignity-and-Economic-Advancement) und den Mitarbeitern der Lepra Mission in Danja.

Insgesamt können wir sagen, dass im Jahr 2015 alle Maßnahmen im Wesentlichen zur Zielerreichung unseres Projektes beigetragen haben. Dafür sind wir sehr dankbar.